Ayurveda
Prakriti und Vikriti
Dieser Fragebogen bestimmt deine Konstitution in zwei Durchgängen. Der erste erfasst deine angeborene Grundkonstitution, der zweite deinen gegenwärtigen Zustand. Aus dem Abstand zwischen beiden Werten wird sichtbar, welches Dosha bei dir derzeit erhöht oder vermindert ist.
Durchgang eins: Prakriti
Zwanzig Merkmale zu deinem Wesen und deinem Körper, so wie sie über viele Jahre hinweg gelten. Körperliche Merkmale werden dreifach gewichtet, funktionelle zweifach, seelische einfach, weil körperliche Merkmale über ein Leben hinweg am stabilsten bleiben.
Durchgang zwei: Vikriti
Achtzehn Merkmale zu deinem Befinden in den letzten zwei bis drei Monaten. Dieses Zeitfenster entspricht ungefähr einer ayurvedischen Jahreszeit. Hier werden alle Merkmale gleich gewichtet, und für jedes Merkmal steht eine neutrale Antwort bereit, falls der Bereich bei dir unauffällig ist.
Empfehlung für das beste Ergebnis
Spiele den Test nach Möglichkeit zweimal durch, einmal mit der Zwangswahl und einmal mit der Skala. Die beiden Verfahren beleuchten dich unterschiedlich, und der Vergleich der zwei Ergebnisse ist oft aufschlussreicher als jedes einzelne. Nutze im zweiten Durchgang die neutrale Antwort so selten wie möglich: Wenn eine der drei Aussagen auch nur ansatzweise zutrifft, wähle diese. Die neutrale Antwort ist für Bereiche gedacht, die bei dir wirklich vollkommen unauffällig sind.
Antwortverfahren
Zusätzlicher Abschnitt
Ein Selbsttest gibt eine erste Orientierung. Die angeborene Konstitution lässt sich zuverlässig erst über Pulsdiagnose und ein ausführliches Anamnesegespräch bestimmen.
Auswertung
Dein Ergebnis
Methodik und Herkunft der Auswertung
Inhalte. Die Merkmale folgen der klassischen Konstitutionslehre, wie sie im achten Kapitel des Vimana Sthana der Charaka Samhita angelegt ist und in der Sushruta Samhita sowie im Ashtanga Hridaya erweitert wird. Die Formulierungen sind eigenständig geschrieben.
Gewichtung. Körperliche Merkmale zählen dreifach, funktionelle zweifach, seelische einfach. Dieses Vorgehen folgt der Logik von AyuSoft, einem fünfundachtzig Merkmale umfassenden Instrument des C-DAC Pune, das körperlichen Merkmalen höheres Gewicht gibt, weil sie über die Lebensspanne stabiler bleiben als funktionelle und psychische. An 3416 Personen erreichte AyuSoft gegenüber der ärztlichen Einschätzung einen Kappa-Wert von 0,778; formal ist das ein Maß der Beurteilerübereinstimmung, nicht der Validität im engeren Sinn.
Skala. Der Modus mit der Skala von null bis drei folgt dem Vorgehen von Dunlap und Kollegen, deren erster untersuchter Fragebogen mit einer Skala von null bis sechs arbeitet, geprüft allerdings an nur neunzehn Personen. Die Skala löst ein Problem der Zwangswahl: Wer in allen drei Doshas hoch liegt, kann das in der Zwangswahl gar nicht zeigen, weil sich die Werte immer zu hundert Prozent addieren.
Einteilung. Die Zuordnung zu Einzeltyp, Mischtyp und Tridosha-Typ folgt der dokumentierten Regel von Dunlap und Kollegen: Das Dosha mit dem höchsten Wert führt. Liegen die beiden übrigen unter fünfundzwanzig Prozent, Einzeltyp. Erreicht genau ein weiteres Dosha mindestens fünfundzwanzig Prozent, Mischtyp. Erreichen alle drei mindestens fünfundzwanzig Prozent, Tridosha-Typ, wobei die Reihenfolge mit angegeben wird. Bhalerao und Kollegen arbeiten mit einer verwandten Konvention, wonach ein Dosha ab fünfzig Prozent als vorherrschend und zwischen fünfundzwanzig und fünfunddreißig Prozent als zweites gilt. Die Schwelle von acht Prozentpunkten für die Abweichung zwischen Prakriti und Vikriti stammt aus keiner Quelle; sie wurde für diesen Bogen gesetzt und entspricht ungefähr zwei bis drei abweichenden Antworten.
Unauffällig-Option. Die Merkmale des zweiten Durchgangs beschreiben Störungszeichen. Eine Zwangswahl würde dort Menschen ohne Beschwerden ein Ungleichgewicht unterstellen und den Vergleich mit der Grundkonstitution verfälschen. Deshalb gibt es im zweiten Durchgang eine vierte, neutrale Antwort, die keine Punkte vergibt. Im ersten Durchgang fehlt sie mit Absicht: Dort beschreiben die drei Aussagen neutrale Zustände, von denen immer einer zutrifft, denn eine Konstitution ist nie abwesend. Liegen weniger als vier Merkmale mit Zeichen vor, verzichtet die Auswertung auf eine Verschiebungsaussage, weil einzelne Zeichen Tagesform sein können.
Was dieses Verfahren nicht ist. Es ist psychometrisch nicht validiert. Ein Überblicksartikel aus dem Journal of Ayurveda and Integrative Medicine hat 2025 zweiunddreißig Studien geprüft. Von neunzehn Fragebögen aus sechzehn Studien wiesen nur drei zugleich Reliabilität und Validität auf, sieben wiesen keine von beiden auf. Zwischen Ayurveda-Ärztinnen und -Ärzten selbst liegt die Übereinstimmung häufig zwischen 0,20 und 0,40. Für das Vikriti gibt es bisher gar kein validiertes Instrument, weil sich der gegenwärtige Zustand ständig verändert; die Übersichtsarbeit klammert das Vikriti ausdrücklich aus.
Die Grundkonstitution bleibt ein Leben lang stabil. Der gegenwärtige Zustand verschiebt sich durch Ernährung, Lebensweise, Jahreszeit und Lebensphase.
